Zum Hauptinhalt springen

Inventur durchführen und abschließen

Mindestens einmal jährlich muss in jedem Lager eine Inventur stattfinden — körperliche Zählung aller Bestände, Vergleich mit Buch-Bestand, Differenz-Buchung. Pflicht nach HGB und Steuerrecht. Diese Anleitung führt Sie durch den vollständigen Inventur-Workflow in SpeamCore.

Wann mache ich das?

  • Jährlich zum Bilanzstichtag — meist 31. Dezember oder Geschäftsjahres-Ende.
  • Quartalsweise in größeren Unternehmen für Kontroll-Zwecke.
  • Nach Verlust-/Diebstahl-Vorfällen zur Bestandsfeststellung.
  • Nach Lager-Umzug als Inventur-Basis für den neuen Standort.

So führen Sie eine Inventur durch

Neue Inventur anlegen

In der Sidebar auf Inventarisierung. Sie sehen die Liste aller bisherigen Inventuren.

Inventur-Modul mit Tabelle Inventuren — Spalten Name, Lager, Erstellt am, Aktualisiert am.

Tippen Sie auf + Inventur hinzufügen:

  1. Name — zum Beispiel „Inventur 31.12.2026" oder „Q4 2026".
  2. Lager auswählen — welches Lager wird inventarisiert? Pro Lager eine separate Inventur, sonst geht der Überblick verloren.
  3. Stichtag — typisch der Bilanzstichtag.
  4. Speichern.

Inventur initialisieren — Buchbestand fixieren

Beim Anlegen einer Inventur passiert im Hintergrund Wichtiges:

  • SpeamCore friert den aktuellen Buchbestand aller Produkte des Lagers ein — als Snapshot (siehe Snapshot-Pattern).
  • Pro Produkt entsteht eine Inventur-Position mit currentAmount = aktueller Bestand und countedAmount = leer (= noch nicht gezählt).

Sie haben jetzt eine Liste aller Produkte mit ihrem Soll-Bestand.

Körperliche Zählung — pro Produkt erfassen

Nun beginnt die eigentliche Inventur-Arbeit:

  1. Zähltrupp organisieren — meist 2-Personen-Teams (Vier-Augen-Prinzip).
  2. Pro Produkt im Lager:
    • Stück physisch zählen.
    • In SpeamCore die Inventur-Position öffnen.
    • countedAmount eingeben.
    • Bei Differenz zum Buchbestand: Kommentar ergänzen („Schwund vermutlich Diebstahl", „Bruch", „Inventur-Korrektur").
    • Speichern (Inline-Editing, kein separates Modal).

Filter-Hilfe in der Inventur:

  • „noch nicht gezählt" — alle Produkte ohne countedAmount. So sehen Sie, was noch fehlt.
  • „mit Differenz" — wo Buch- und Ist-Bestand abweichen. Klärungs-Kandidaten.

Differenzen klären

Filtern Sie nach „mit Differenz" und arbeiten Sie sich durch die Liste:

Differenz-TypAktion
Schwund (Ist < Soll)Im Kommentar dokumentieren — Diebstahl, Bruch, Verlust.
Mehrbestand (Ist > Soll)Im Kommentar dokumentieren — vergessene Wareneingänge, Rückläufer.
0 (Produkt in Stamm, aber gar nicht im Lager)Klären: existiert das Produkt überhaupt? Eventuell Stamm-Datensatz auf inaktiv setzen.
Großer Differenz-WertVier-Augen-Prinzip — zweite Zählung mit anderem Mitarbeiter.

Wichtig: Differenz-Kommentare sind GoBD-relevant. Bei späterer Steuerprüfung muss erklärbar sein, warum Bestände abweichen.

Inventur abschließen — die Korrektur-Buchung

Wenn alle Produkte gezählt und Differenzen geklärt sind:

  1. Auf der Inventur-Detailseite Inventur abschließen (Button oben).
  2. SpeamCore erzeugt automatisch Korrektur-Buchungen:
    • Pro Produkt mit countedAmount != currentAmount ein ProductMovement mit type = 'inventory-correction'.
    • Die Buchungen verändern den Buch-Bestand auf den körperlich gezählten Wert.
    • Wertmäßig wird die Differenz auf das Inventur-Differenz-Konto gebucht (oft „Inventurdifferenzen Aufwand" oder „Inventurdifferenzen Ertrag").
  3. Status der Inventur wechselt auf abgeschlossen. Keine weiteren Änderungen mehr möglich.

Inventur-Bericht erstellen

Nach Abschluss erstellen Sie den Inventur-Bericht als Beleg für die Steuer:

  • PDF-Export der Inventur — alle gezählten Positionen mit Soll- und Ist-Werten.
  • Differenz-Liste mit Kommentaren — wertmäßige Auflistung.
  • Unterschriften der Zähler und der Buchhaltungs-Leitung — meist als Anhang gepflegt.

Der Inventur-Bericht ist Teil des Jahresabschlusses und muss 10 Jahre aufbewahrt werden.

Weg 2 — Inventur-Auswertung per KI-Chat

Beispiel-Prompts:

Gib mir den Stand der laufenden Inventur „Inventur 31.12.2026": wie viele
Positionen sind gezählt, wie viele offen, wo sind die größten Differenzen?
Erstelle den Inventur-Auswertungs-Bericht für „Inventur Q4 2026" — Top-10
Differenzen mit Wert, Gesamt-Differenz absolut und prozentual,
Wertberichtigungs-Vorschlag pro Produkt-Kategorie.

Was tue ich, wenn etwas schiefgeht?

Tipps aus der Praxis

  • Inventur am Wochenende — wenn Lager Mo-Fr aktiv ist. Reduziert Bewegungen.
  • Vorbereitung vor dem Inventur-Tag — Lager aufräumen, Produkte sichtbar einsortieren. Spart Zähl-Zeit massiv.
  • Tablet pro Zähltrupp — ermöglicht parallele Erfassung in SpeamCore.
  • Stichproben vorab — eine Woche vor offizieller Inventur Stichproben in 5-10% des Lagers. Wenn dort schon große Differenzen: Vorlauf-Klärung möglich.
  • Wertvolles separat — bei sehr teurem Material zusätzlich Foto pro Position machen.

Verwandte Tutorials

Für Admins: technische Details
  • Inventur-Modell: Inventory mit Sub-Route Inventur-Produkte für die einzelnen Positionen.
  • Buchbestand-Snapshot: beim Anlegen einer Inventur wird via apply-warehouse-products-Endpoint pro WarehouseProduct ein Snapshot in InventoryProduct mit currentAmount als Pflicht-Wert geschrieben. Spätere WarehouseProduct.amount-Änderungen beeinflussen die Inventur-Daten nicht mehr — siehe Snapshot-Pattern.
  • Abschluss-Endpoint: POST /inventories/:id/close — generiert pro InventoryProduct mit currentAmount != countedAmount einen ProductMovement mit type: 'inventory-correction'.
  • Korrektur-Buchung wertmäßig: aus ProductMovement.amount × WarehouseProduct.unitPrice, gebucht auf konfiguriertes Differenz-Konto (Stammdaten in Konten).
  • Storno der Inventur ist nicht direkt möglich — neue korrigierende Inventur muss angelegt werden.
  • CASL: create:Inventory, update:InventoryProduct, apply:Inventory (Abschluss-Action).
  • Audit-Trail: jeder InventoryProduct-Eintrag speichert countedById (wer hat gezählt) und countedAt (wann).