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Folgeauftrag aus Mangel anstoßen

Bei einer Wartung stoßen Sie auf einen Mangel, der nicht warten kann. Vielleicht ist eine Brandmeldeanlage ausgefallen, vielleicht muss ein Bauteil sofort ersetzt werden. Sie müssen jetzt entscheiden: Behebe ich das gleich vor Ort? Plane ich einen separaten Reparatur-Auftrag? Wer macht das?

Dieses Tutorial zeigt Ihnen, welche Rolle Sie als Techniker bei der Folgeauftrags-Erstellung haben und was sie aktiv tun können, damit der Innendienst möglichst schnell reagieren kann.

Wer macht was?

Erst die wichtige Klarstellung — die Rollenverteilung zwischen Techniker und Innendienst:

AufgabeWer macht es?
Mangel finden und sauber dokumentieren (Foto, Beschreibung, Dringlichkeit)Techniker (Sie)
Sofortige Reparatur vor Ort, wenn Material und Zeit reichenTechniker (Sie)
Folgeauftrag im System anlegen (eigener Auftrag mit eigener Auftragsnummer, Termin, Mitarbeiter-Zuweisung)Innendienst
Folgeauftrag mit der Mangel-Liste verknüpfenInnendienst
Kunden informieren über den Folgeauftrag und Termin abstimmenInnendienst
Den Folgeauftrag durchführen (kann ein anderer Techniker sein)Techniker (Sie oder Kollege)

Sie als Techniker stoßen also den Folgeauftrag NICHT direkt an — das ist Aufgabe des Innendienstes. Aber Sie haben drei wichtige Hebel, mit denen Sie sicherstellen, dass der Innendienst schnell und richtig reagiert.

Wann mache ich das?

  • Wenn ein Mangel die Funktion einer sicherheitsrelevanten Anlage einschränkt (zum Beispiel Brandmeldeanlage teilweise ausgefallen).
  • Wenn ein Mangel akute Verletzungsgefahr darstellt (lose Verkabelung, scharfe Kante an einer Sirene auf Augenhöhe).
  • Wenn ein Mangel vor dem nächsten regulären Wartungstermin behoben sein muss (Sicherheits-Audit steht an).
  • Wenn der Kunde explizit nach einem Reparaturtermin fragt, weil er die Lage selbst als kritisch einstuft.

Drei Hebel, die Sie als Techniker haben

Hebel 1 — Dringlichkeit auf „hoch" setzen

Beim Anlegen des Mangels (siehe Mangel im Detail dokumentieren) wählen Sie die Dringlichkeit „hoch". Das löst beim Innendienst meist eine automatische Notification aus — der zuständige Sachbearbeiter bekommt eine Push-Nachricht oder eine Mail und schaut sofort hin.

Faustregel: „hoch" nur dann, wenn Sie sich vorstellen können, dass jemand am gleichen oder nächsten Werktag rausfahren muss. Sonst Inflation der Skala (siehe Stolperstein).

Hebel 2 — Beschreibung mit konkreter Folgeauftrag-Anforderung

Der Innendienst entscheidet auf Basis Ihrer Beschreibung, was der Folgeauftrag enthalten soll. Schreiben Sie deshalb so konkret wie möglich, was zu tun ist:

  • Schlecht: „Sirene defekt"
  • Besser: „Sirene Nr. 3 muss ausgetauscht werden — funktioniert nicht mehr."
  • Optimal: „Sirene Nr. 3 (Treppenhaus EG) muss ausgetauscht werden. Empfehlung: Originalersatz Bosch ABCD-1234. Termin Idealerweise innerhalb 14 Tagen, da das Treppenhaus aktuell durch eine zweite Sirene noch ausreichend abgedeckt ist. Aufwand geschätzt: 1 Stunde."

Mit so einer Beschreibung kann der Innendienst innerhalb von 5 Minuten einen Folgeauftrag erstellen, das richtige Material bestellen und einen Termin koordinieren — ohne nochmal nachzufragen.

Hebel 3 — Telefonat mit dem Innendienst

Bei wirklich akuten Fällen (Anlage ausgefallen, Sicherheitsrisiko, Kunde panisch): tippen Sie nicht nur den Mangel, sondern rufen Sie an. Eine Erfassung im System ist gut — ein Telefonat sorgt für die menschliche Reaktion. Erwähnen Sie kurz die Mangel-Nummer, damit der Innendienst direkt aufrufen kann.

So gehen Sie vor — Schritt für Schritt

Den Mangel sauber erfassen

Folgen Sie der Anleitung Mangel im Detail dokumentieren — alle 6 Schritte. Achten Sie besonders auf:

  • Foto vom Mangel UND vom Umfeld (zeigt, was unmittelbar gefährdet ist).
  • Beschreibung mit konkreter Folgeauftrag-Anforderung (siehe Hebel 2).
  • Dringlichkeit „hoch".

Tab 'Mängel' eines Auftrags. Über der Tabelle Spalten/Filter/Zeilenhöhe-Toolbar und 'Mangel hinzufügen'-Button. Tabelle mit Spalten Mangel ID, Titel, Mangel Priorität, Herkunftsort.

Bei akutem Fall: Innendienst sofort anrufen

Wenn der Mangel nicht bis zum nächsten Werktag warten kann:

  1. Bleiben Sie ruhig vor Ort, sichern Sie wenn möglich die Lage (Bereich absperren, Kunden hinweisen).
  2. Rufen Sie den Innendienst an. Geben Sie folgende Infos in dieser Reihenfolge:
    • Wer sind Sie und wo sind Sie (Kunde, Standort, Anlage).
    • Was ist los — kurze, präzise Beschreibung.
    • Mangel-Nummer im System (haben Sie gerade eben angelegt).
    • Welche Reaktion Sie erwarten / brauchen (sofortige Eskalation, Material-Lieferung, anderer Techniker).
  3. Bleiben Sie erreichbar — der Innendienst ruft eventuell zurück mit Rückfragen.

Den Auftrag mit Unterschrift abschließen

Auch wenn ein Mangel offen ist: schließen Sie den aktuellen Wartungsauftrag mit Kundenunterschrift ab (siehe Wartungsauftrag vor Ort durchführen, Schritt 6). Vor dem Abschluss:

  • Erklären Sie dem Kunden mündlich, was Sie gefunden haben und was als nächstes passiert.
  • Zeigen Sie ihm den Mangel-Eintrag im System — er sieht so direkt, dass es dokumentiert ist.
  • Verweisen Sie auf den kommenden Anruf vom Innendienst zur Terminabstimmung.

Im Prüfbericht-PDF, den der Kunde später bekommt, sind die Mängel und ihre Dringlichkeitsstufen aufgeführt — er hat also auch schriftlich Bescheid.

Wenn Sie selbst sofort reparieren — was zu tun ist

In manchen Fällen können und sollten Sie den Mangel direkt vor Ort beheben:

  • Sie haben das Ersatzteil im Servicewagen.
  • Sie haben noch Zeit und der Kunde stimmt zu.
  • Es ist wirtschaftlicher, jetzt zu reparieren als ein zweites Mal anzureisen.

So machen Sie es:

  1. Reparatur durchführen.
  2. Material verbuchen im selben Auftrag (Mat.-Button — siehe Pilot-Anleitung).
  3. Arbeitszeit der Reparatur stempeln (Zeit-Button).
  4. Den Mangel-Eintrag öffnen und im Beschreibungs-Feld ergänzen: „Direkt vor Ort behoben am [Datum] durch [Ihr Name]. Verbautes Material siehe Material-Tab."
  5. Wenn vom System unterstützt: Mangel-Status auf „behoben" setzen.

So entsteht kein Folgeauftrag — der Mangel ist abgeschlossen, der Innendienst sieht das beim Auftrags-Abschluss und muss nichts weiter tun.

Was nach dem Auftrag passiert (Innendienst-Sicht)

Nach Ihrer Unterschrift läuft im Innendienst ein typischer Workflow:

  1. Innendienst sichtet die offenen Mängel (in der Tagesübersicht oder via Notification bei Dringlichkeit „hoch").
  2. Pro Mangel Entscheidung: Folgeauftrag erstellen — ja oder nein?
  3. Bei ja: neuer Auftrag wird angelegt, mit Verknüpfung zum Ursprungs-Mangel. Material wird vorbereitet (Lager-Reservierung oder Bestellung). Mitarbeiter wird zugewiesen (Sie selbst oder ein Kollege).
  4. Kunde wird informiert und ein Termin wird abgestimmt.
  5. Sie bekommen den Folgeauftrag in Ihrer Aufträge-Liste — wenn Sie wieder rausfahren, sehen Sie ihn dort und arbeiten ihn ab wie eine normale Wartung.
  6. Beim Folgeauftrag wird der ursprüngliche Mangel referenziert — Sie sehen also genau, was Sie reparieren müssen.

Sie als Techniker müssen also nach dem Auftrags-Abschluss nichts mehr aktiv tun. Der Folgeauftrag kommt zu Ihnen oder zu einem Kollegen.

Weg 2 — Folgeauftrag-Status per KI-Chat

Beispiel-Prompts:

Welche Folgeaufträge habe ich aus den letzten 4 Wochen offen, sortiert
nach Frist? Mit ursprünglichem Mangel und Standort.
Status meiner offenen Folgeaufträge: was ist schon disponiert, was wartet
noch auf Termin-Vergabe?

Was tue ich, wenn etwas schiefgeht?

Tipps aus der Praxis

  • Klares Beschreibungs-Schema — wenn Sie im Außendienst öfter Folgeauftrag-relevante Mängel finden, halten Sie sich an ein Schema: „Was ist defekt — Was ist die empfohlene Reparatur — Welcher Aufwand — Welche Dringlichkeit". Damit gibt es nie Rückfragen.
  • Foto vom Typenschild — bei Bauteilen, die ersetzt werden müssen, fotografieren Sie das Typenschild mit. Spart Innendienst-Stunden bei der Ersatzteil-Bestellung.
  • Bereitschaftsnummer im Telefon — speichern Sie zwei Nummern: Innendienst-Hauptnummer und Bereitschaftsnummer. Spart 5 Minuten Suchen im Notfall.
  • Beim Kunden bleiben — wenn der Mangel akut ist, bleiben Sie noch 10 Minuten vor Ort, bis der Innendienst zurückgerufen hat. Dann können Sie dem Kunden direkt sagen, was als nächstes passiert.

Verwandte Tutorials

Für Admins: technische Details
  • Die Verknüpfung Mangel ↔ Folgeauftrag erfolgt typischerweise über Defect.workorderDefectId (Ursprungsauftrag) und Defect.followUpWorkorderId (Folgeauftrag, wenn vom Innendienst angelegt).
  • Notification an den Innendienst bei Dringlichkeit „hoch" wird über das Notification-System ausgelöst — passende Subscription auf Defect.priority=high muss vom Admin konfiguriert sein.
  • Folgeauftrags-Erstellung findet über /workorders POST mit Referenz relatedDefectIds: [...] statt. CASL-Subjects: create:Workorder, update:Defect. Diese Aktion ist Innendienst-Rollen vorbehalten — Techniker haben in der Standardkonfiguration nur view:Workorder für nicht-eigene Aufträge.
  • Bei direkter Reparatur durch den Techniker (Schritt 4) wird der Mangel-Status nicht automatisch auf „behoben" gesetzt — das ist ein manueller Schritt. Mandanten-spezifisch kann das via Auto-Allocation ergänzt werden.
  • Mangel-Lebenszyklus dokumentiert: created → optional inFollowUp → optional resolved. Der Übergang zwischen created und inFollowUp passiert beim Anlegen des Folgeauftrags (Status setzbar via update:Defect).